Freitag, 17. Oktober 2008

Das Gladbecker Stadion

--> Eine Sportstätte aus demokratischer Zeit (DerWesten)

Doch das bittere Ende der Weimarer Republik ist zu Beginn der 30-er Jahre auch im Veranstaltungskalender des Gladbecker Stadions abzulesen: Am 24. Juli 1932 hielt Adolf Hitler, wenige Monate vor der nationalsozialistischen Machtergreifung, eine Wahlkampfrede in der Vestischen Kampfbahn. Er kündigte dabei an, alle anderen Parteien verbieten zu lassen, sollte er eines Tages Reichskanzler werden . . .

Dienstag, 14. Oktober 2008

Pressemitteilung der Stadt Gladbeck vom 13.10.2008

Gladbeck. Das Gladbecker Stadion in Wittringen an der B 224 ist am kommenden Donnerstag, 16. Oktober, Drehkulisse eines Kinofilms über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Im Mittelpunkt des Films steht eine jüdische Hochspringerin. Sie ist deutsche Favoritin. Die Nazis aber versuchen alles, ihre Teilnahme zu verhindern. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten.
Die von mehreren Filmstiftungen geförderte Produktion wird unter anderem in Berlin, Bochum, Gladbeck und Itzehoe gedreht.
Zurzeit erhält das Stadion die notwendigen Kulissen und Ausstattungen. Dazu gehören auch Hakenkreuzfahnen, mit denen das Stadion am eigentlichen Drehtag, dem nächsten Donnerstag, auch beflaggt wird. Am Drehtag werden über 200 Schauspieler und Komparsen das historische Stadion bevölkern.

Donnerstag, 25. September 2008

1994

--> Die Bündnis-Frage (DerWesten)

Tiefe Gräben zwischen den politischen Akteuren – das gilt wohl auch für das Verhältnis mancher Politiker von SPD und Grünen. Und das kann nur verstehen, wer einen Blick in die lokale Politikgeschichte wirft: 1994 sorgten CDU und Grüne (zusammen mit der Wählergemeinschaft BiG) für eine tiefe Zäsur in der Gladbecker Lokalpolitik. Sie brachten das bundesweit erste schwarz-grüne Politik-Bündnis auf den Weg. In 14 Kapiteln von der Präambel bis zu Strukturfragen formulierten sie ein detailreiches lokales Politikprogramm und lösten damit die jahrzehntelang allein regierende SPD ab.

Gibt es fast 15 Jahre nach der schwarz-grünen Politik-Zäsur des Jahres 1994 noch immer eine unüberbrückbare Kluft zwischen SPD und Grünen? Grünen-Fraktionschef Mario Herrmann verneinte das am Donnerstag auf WAZ-Anfrage. Herrmann wünscht sich für die Kommunalwahl 2009 „eine starke grüne Ratsfraktion, die dazu in der Lage ist, mit einer der beiden großen Parteien ein Zweierbündnis zu schließen”. Und dabei käme als Bündnispartner grundsätzlich nicht nur die CDU, sondern auch die SPD infrage, so Mario Herrmann im WAZ-Gespräch.

Auf SPD-Seite wird das oftmals anders gesehen: „Die Grünen wollen mit uns nicht dauerhaft zusammenarbeiten”, meinen viele Sozialdemokraten, die gerne von den „schwarzen Grünen” in Gladbeck sprechen und weiterhin vor allem auf die Bürger in Gladbeck (BiG) als Bündnispartner setzen.

In dieses schwarz-grüne Bild passt, dass man sich auch auf CDU-Seite natürlich gern an die lokale Politik-Zäsur von 1994 erinnert, als es Eckhard Schwerhoff gelang, den Bürgermeisterposten zu erobern und Wolfgang Röken (SPD) abzulösen. Und so formuliert CDU-Stadtverbandschef Jürgen Watenphul: „Meine Wunsch-Konstellation für den neuen Rat wäre ein Bündnis von CDU und Grünen.” Die Grünen hätten sich ab 1994 als „verlässlicher Koalitionspartner” erwiesen, es habe eine „gute Zusammenarbeit” gegeben”. Watenphul: „Ganz klar: Ich bin für solch ein Bündnis!”

Dienstag, 23. September 2008

Change we can believe in

Donnerstag, 18. September 2008

Wenn ich wandere

Mittwoch, 10. September 2008

Ja! :-)

--> http://lhc.web.cern.ch/lhc/

Donnerstag, 10. Juli 2008

Suicide Bomber


Get your motor runnin'
Head out on the highway
Lookin' for adventure
And whatever comes our way
Yeah Darlin' go make it happen
Take the world in a love embrace
Fire all of your guns at once
And explode into space

I like smoke and lightning
Heavy metal thunder
Racin' with the wind
And the feelin' that I'm under
Yeah Darlin' go make it happen
Take the world in a love embrace
Fire all of your guns at once
And explode into space

Like a true nature's child
We were born, born to be wild
We can climb so high
I never wanna die

Samstag, 28. Juni 2008

In der Provinz, fern von Berlin ...

Gladbeck
Germany


Prix Rotthier
pour la Reconstruction de La Ville 2008

The Best Public Intervention
Town Hall Neighbourhood Center

--> A Vision of Europe

Freitag, 4. Januar 2008

Community at work ...

--> Werner freut sich auf seine Rente ;-)

--> ... und ich auf die Milky Ways!

Dienstag, 20. November 2007

Fertig gebacken!

Edith Viktoria Martha und Julius Johann Heinrich: geboren am 05. November 2007 um 19.34 Uhr und 19.24 Uhr in Gladbeck/Westfalen.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Meine mtDNA

... dank The Genographic Project.

Montag, 1. Oktober 2007

Next Level Gladbeck

Mein KFVR-Vorstandskollege Franz Wegener hat eine intellektuell scharfsinnige Kritik über die Triennale-Aufführung "Merlin oder Das wüste Land" in der Maschinenhalle Gladbeck geschrieben. Intellektuell scharfsinnig muss ich sie nennen, da sie ein pretty upper level gegenüber den Kinokritiken in der INTRO vor 15 Jahren darstellen.

Wie war das noch mal mit "Hard Targets"? "Sie lesen: Jean-Claude van Damme. Sie lesen: Dolph Lundgren. Sie denken: Scheiße!" - "Ja, wir sind alle gewachsen ..." - so sein Kommentar in der Nudelwelt bei Pizza Hawaii und Tagliatelle alla puttanesca.

Anbei noch der Artikel aus der WAZ Gladbeck mit einem lächelnden Fraktionsvorsitzenden. Wir beide wissen nicht, wie das zu deuten ist ;-)

Das Leben als Baustelle

Viel Beifall für die zweite Triennale-Premiere "Merlin oder Das wüste Land" in der Maschinenhalle in Zweckel. Besucher loben "tolle Atmosphäre dieser außergewöhnlichen Theaterbühne"Die Erwartungen waren hochgespannt: Nach seiner vielumjubelten Maschinenhalle-Premiere vor einem Jahr mit Calderons "Das Leben ein Traum", brachte Regisseur Johan Simons (NT Gent) am Donnerstagabend nun "Merlin oder das wüste Land" auf die Bühne. Tankred Dorsts Stück über die Artus-Sage und den Parzival-Mythos verlegt Simons auf eine imaginäre ("wüste") Baustelle.

Vieles ist anders als im letzten Jahr: Herbstliche Stimmung, nasskaltes Wetter. Das Publikum drängt sich eingekeilt im Eingangsbereich. "Warum hat man nicht, wie früher üblich, den oberen Stock freigegeben? Entspannte Gespräche bei einem Glas Wein waren bei diesem Geschiebe unmöglich", moniert die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Ansorge. Ansonsten ist sie vom Ambiente der Maschinenhalle nach wie vor bezaubert, lobt die "tolle Leistung der Schauspieler".

So sieht´s auch Grünen-Fraktionschef und Ratsherr Mario Herrmann, er kann der Inszenierung einiges abgewinnen. "Man könnte fast sagen: Gleich wie das Stück ist, allein die Atmosphäre ist beeindruckend", meint er lächelnd. Ganz anders sein Parteifreund, Ratsherr Franz Wegener: "Wenn Sie während einer Vorstellung, die rund zweieinhalb Stunden dauert, bereits nach einer Stunde das erst Mal gelangweilt auf die Uhr schauen, dann stimmt etwas nicht". Er hält die Inszenierung für überdreht: "Nette Gesangseinlagen lockern die Öde dieser blutleeren Inszenierung etwas auf." Bei der Calderon-Aufführung hätten die Aperçus gesessen, die Halle sei optimal genutzt worden. Wegener: "Der Mythos will ausgelegt werden, muss modern verständlich in die Gegenwart geleitet werden." Bühnenbild und Kostüme (alte Müllsäcke) sprächen für eine "Brechung des Mythos": "Dekonstruktion war gestern, heute kommt Kultur nicht ohne Kult aus!"

Kulturamtsleiter Lothar Sikorski, die frühere CDU-Ratsfrau Hildegard Groß-Albenhausen und Andrea Wollau nehmen gute Eindrücke mit. Die Musik (und die "wahnsinnig guten Stimmen der Schauspieler") hätten sie angenehm überrascht. Auch die Halle - ja sie war "wieder eine ganz andere Bühne". Auch SPD-Fraktionschef Michael Hübner war begeistert: "Phantastisch, was die Schauspieler leisten." Das Bühnenbild habe ihn an "Das Eis" erinnert. "So etwas kann jedes Jahr wiederholt werden!" Volksbank-Direktor Dieter Blanck meint: "Ich war sehr angetan von der Aufführung. Die Maschinenhalle ist nun endlich im Bühnen-Olymp angekommen!"

28.09.2007 Von Detlev Kittler-Capredon Fotos: Ulla Michels


--> WAZ.de: Das Leben als Baustelle

Montag, 10. September 2007

Vorbereitung auf's Tandemstillen

Hui! Ab 01. Oktober bin ich im Urlaubssemester und habe die letzten Wochen neben der Arbeit für's Ausstatten genutzt. Im Hospital möchte ich ein Einzelzimmer, um meinen Ruhefaktor hochzuschrauben. Rein rechnerisch sind es übrigens noch 8 Wochen (33 + 1). Gleichwohl kommt mir mein Bauch wie im "Letztstadium" vor: der soll noch größer werden? *wunder*

Immerhin: Im Büro ist ja viel Platz. Bald wird sich auch zeigen, wie in Gladbeck die U3-Betreuung funktioniert. Ach ja, Gladbeck ;-)



Donnerstag, 2. August 2007

Mama bloggt ;-)

Meine Mutter hat sich zur Einrichtung eines Blogs entschlossen und Werner war ihr dabei behilflich - vielen Dank!

--> Dezember 2006 in Zürich

--> Im Glarner Tal

Freitag, 29. Juni 2007

Yusuf Islam on UK TV 1989 Discussing Salmon Rusdie

Jeder, der meint, sich als Religionsversteher präsentieren zu müssen, präsentiert sich derzeit mit diesem Mann. Vielleicht kann man ja beim nächsten Musik-Festival mit Yusuf über die richtige Methode des "executionings" diskutieren. Oder ist das alles nur eine Frage der "authority"?

Wo bleibt die elektronische Tinte?

--> http://www.geekculture.com/joyoftech/

Sonntag, 24. Juni 2007

Meine russische Homepage im Blackboard

Привет! Меня зовут Ева-Мария и я живу в Гладбеке ь центре города. Гладбек находится в Рурском бассейне в Северном Рейне-Вестфалии. Я работаю в маленьком офисе и у меня очень маленькая фирма - я делаю книги дома.

Раньше я изучала немецкую литературу, философию и педагогикю в университете г. Бохуме - сейчас я изучаю немецкий как иностранный язык, тоже здесь. У меня любимые родители и очень веселые друзья. Мы с мужем живём в красивой квартире в большом доме. Мои друзья и их симпатичная собака живут в большой квартире под нами. Иногда я отдыхаю в нашем старом саду.

Я люблю гулять в лесу, покупать продукты, читать книги, отдыхать дома, смотреть хорошие фильмы у слушать французскую музыку. Я не люблю дорогую мащину, большую вечеринку и бывать в каждом магазине. Как вы видите, я трачу мало денег. Я люблю яблочный сок, молоко с шоколадом, русские чай и конечно воду. Я не люблю водку, пиво и старый кофе.

Я умею готовить австрийскую еду, я не умею играть в футбол или на пианино - это очень жаль! Я умею работать с интернетом и писать письма на компьютере, потому что у меня много практики. Я ищу всегда интересного человека, старую книгу и прекрасний парк. И я хочу спать долго в воскресенье.

Ева-Мария Штуккéль, дата рождения 01 марта 1969 г. Гельзенкирхене. Длинные, тёмные волосы и карие глаза - иногда неразбериха в голове когда я слушаю преподавательницу на уроке.

Sonntag, 3. Juni 2007

Linguistische Entlastung

Genre: Latin.

Me gusta tu compañia
Tú eres de buena sociedad
Díme adónde vas
(Contigo estaré)
Me dio tu obsesión
(El enamorado)
Si mi corazón
Se ha enamorado

El temperamento del mar y del sol
Somos tan felices
Y sobre las nubes muy cerca de ti - cielo
Siempre regreso
No sé más
No sé más

Lo paso muy bien aquí
Pero tengo una cita más
Díme adónde, adónde vas
(Contigo estaré)
Si mi corazón
Se ha enamorado

El temperamento del mar y del sol
Somos tan felices
Y sobre las nubes muy cerca de ti - cielo
Siempre regreso
No sé más

El temperamento del mar y del sol
Somos tan felices
Y sobre las nubes muy cerca de ti - cielo
Siempre regreso
No sé más

Es un día emocional
Mi país y mis padres
Y tú mi novia
Es un día emocional
Tengo que regresar
Porque tenemos que hablar

El temperamento del mar y del sol
Somos tan felices
Y sobre las nubes muy cerca de ti - cielo
Siempre regreso
No sé más

El temperamento del mar y del sol
Somos tan felices
Y sobre las nubes muy cerca de ti - cielo
Siempre regreso
No sé más

Mittwoch, 23. Mai 2007

Zu wenige Worte

Я работаю, работаю, работаю ... alles klar? Jetzt noch fixer durch Modifizierung der Eingabegebietsschemaleiste!

Wer hätte gedacht, dass ich ein paar Monate nach Beginn meines DaF-Zusatzstudiums von Aufträgen erschlagen werde? Nächste Woche habe ich darüber hinaus jeden Abend einen kommunalpolitischen Termin - например. Und ein Titel des KFVR befindet sich auf Platz 7 der BoD-Bestsellerliste (Stand: сегодня). Die Pfingstferien werde ich außerdem dazu nutzen müssen, ein Protokoll über die Triennale zu verfassen.

Zum Schluss: Wer den russischen Akkusativ nicht kennt, hat den Begriff "Leid" noch nicht kennen gelernt ... Я люблю слушать французскую музыку. Ich glaube, das ist richtig :-(

notabene
Die Frage, die sich doch wirklich stellt: Kann man digitale Druckvorlagen auch in Second Life anbieten? Всё будет хорошо :-)

Sonntag, 1. April 2007

Zu viele Worte

Das meint(e) Mario zu meinem Blog. Nun - zurzeit sind es wenig Worte ;-) Ich habe beschlossen, meine Wohnung auszumisten, endlich den Putzteufel raushängen zu lassen und muss mich zu guter Letzt auf das neue Semester vorbereiten. Bis zum 01. Mai noch ("Tag der Arbeit" schmunzelte der Dozent) habe ich Zeit, eine Hausarbeit im Fach Sprachlehrforschung zu vervollständigen. Wenn ich das nicht mache - selber schuld.

Fast jede Woche habe ich einen Arztermin und beute skrupellos das Gesundheitssystem aus. Früher habe ich mich lieber wochenlang mit einer unbehandelten Bronchitis gequält und dachte, das wäre "Arbeiterehre". Nee, so nich (mehr)! Die nächsten zwei Wochen ist erst mal volles Programm angesagt, denn dann laufen die ersten Seminare an und ich werde noch einiges streichen müssen, was mir zu sehr auf den Geist geht. So konsequent hätte ich letztes Halbjahr auch sein sollen: mit viel anfangen, um dann den Rotstift anzusetzen.

Offenbar habe ich vergessen, wie man das "so" macht - man habe Nachsicht mit mir. Ins VSPL habe ich nun "auch" eingefunden, in Russisch II kriegen wir eine neue Dozentin aufgrund interner Spar-, Controlling- und Managementmaßnahmen, die Buchgestaltung läuft erstaunlich gut, für die Fraktionsgeschäftsführung werde ich einen Wochenplan für einmalige und wiederkehrende Maßnahmen und Erledigungen erstellen.

Mario mag Midnight Man von Flash and the Pan, ich mag Fly like an Eagle von der Steve Miller Band und J*** mag Sé a vida e von den Pet Shop Boys. Und ich geh mal wieder einen Bananensplit essen. Zu viel Schreiben kann nämlich auch vom Wesentlichen abhalten. Nein, ich fühle mich nicht umzingelt und wittere nicht hinter jedem Ereignis eine Verschwörung :-)

Hach, so wenig Weltpolitik! Vielleicht besser, sich neue Goldesel-Quellen erschließen. Oh, dieser "Materialismus" (J***) ...

Mittwoch, 21. März 2007

Don't mention the war

Guter Artikel mit harter Schlussfolgerung:

"The worst thing," says French author and former political advisor Bernard Spitz, "would be if we lived contentedly with our debts and our early retirements, telling ourselves the young will pay, just like we told ourselves 'Germany will pay' after the Treaty of Versailles." As Europe has learned before, a bad peace only leads to more war—even between generations.

--> Newsweek International Edition: The Lost Youth of Europe (by William Underhill and Tracy McNicoll)

Werner sucht einen neuen Job

Also sorgen wir für Verbreitung:

Erfolgreicher Kundenbetreuer im Inbound, Outbound und Backoffice steht ab sofort für neue berufliche Herausforderungen zur Verfügung!

Montag, 12. März 2007

Ein Käfig voller Narren

Ein griechischer YouTube-Nutzer veröffentlichte auf der Plattform einen Clip, der den türkischen Staatsgründer Atatürk mit rosa Wangen darstellt und sagen lässt: "Ich bin der Vater der schwulen Türken." Das führte zur Sperrung der kompletten YouTube-Site durch ein türkisches Gericht.

Als "schwul" bezeichnet zu werden, scheint in der Türkei (und Griechenland) eine der stärksten Beleidigungen zu sein, kann man daraus schließen. Unter keinen Umständen und auch sonst nicht gibt es irgendeinen Zusammenhang zwischen Atatürk und Schwulen. Jede Verbindung Atatürks zur männlichen Homosexualität ist vollkommen absurd. Schwul und "Atatürk" ist ein Widerspruch in sich.

Konservative Familienpolitiker oder katholische Bischöfe wie seine Exzellenz, der Mixa, können jedoch aufatmen: auch Schwule können offenbar Vater werden.

Echte Nerven

... hat der heutige Leitartikel in der tageszeitung von Bettina Gaus. Darin heißt es, "etwas vermögen Erpresser nämlich allemal: Ehrlichkeit zu erzwingen." Super! Habe ich mir doch gedacht, dass der ganze Terrorismus nichts als eine Gelegenheit für den echten Psycho-Trip ist. Endlich sind wir ehrlich und legen die Karten auf den Tisch. Die Menschen werden nicht mehr beschissen und bescheißen sich auch nicht mehr selbst.

Was dem ehemaligen Verteidigungsminister Peter Struck mit seinem Wort "Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt", nicht gelungen ist - nun gelingt es Frau Gaus: "Aber jetzt gibt es Anschlagsdrohungen und Geiseln sollen sterben, weil die Bundeswehr sich künftig mit Aufklärungsflugzeugen an den Kämpfen in Afghanistan beteiligen wird. Das rückt den Hindukusch in die unmittelbare Nachbarschaft von Berlin."

Also besser gar nichts machen, sich aus allem zurückziehen, was auf der Welt nicht niet- und nagelfest ist, und endlich Zeit für den nächsten Rammlerwettbewerb in Herne-Baukau oder Berlin-Zehlendorf. Das wäre doch wenigstens ziemlich ehrlich, oder?

Geschlossene Gesellschaft

KHAN YUNIS – Vor einigen Monaten war eine Nachricht an der Tür des winzigen Musikgeschäftes von Mohammed al-Shaer angebracht. Sie warnte ihn, dass der Verkauf von Kassetten und CDs populärer arabischer Musik „haram“ durch den Islam verboten sei. Al-Shaer schenkte dieser Nachricht keine Beachtung, bis diese Woche eine Bombe vor seinem Geschäft hochging. Palästinensische Sicherheitsbeamte nehmen an, dass dies das Werk eines geheimen Sittendezernats muslimischer Militanter war.

Während der vergangenen Monate wurden etwa drei Dutzend Internetcafés, Musikgeschäfte und sogar Apotheken attackiert. Dabei brachten die Angreifer nachts kleine Bomben vor den Geschäften zur Explosion. Diese verursachten Sachschaden, es gab jedoch keine Verletzten.
Die Bombenserie begann im Oktober und ist selbst im gewalttätigen Gazastreifen, wo in den letzten Monaten mehr als 130 Menschen bei Kämpfen zwischen Hamas und Fatah ums Leben kamen, ein neues Phänomen. Die Angriffe könnten auf eine weitere Ausdehnung von religiösem Extremismus im Gazastreifen hindeuten.

Die Polizei glaubte ursprünglich, die Angriffe seien Teil örtlicher Streitereien unter Geschäftsleuten. Doch zunehmend verdächtigt sie eine organisierte Kampagne religiöser Extremisten. „Wir können nicht genau sagen, wer dahinter steckt, doch die sich wiederholende Methode der Angriffe führt uns zu gewissen Schlussfolgerungen“, sagte Gazas Polizeisprecher Ramzi Shaheen ohne deutlicher zu werden.
In Rafah, das an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten liegt, wurde letzte Woche eine Billardhalle durch eine riesige Bombe zerstört. Besitzer Ramzi Abu Hilao sagte, er habe zuvor keine Warnung erhalten. „Nach dem Bombenanschlag erhielt ich eine geschriebene Nachricht von einer Gruppe, die sich „Die Schwerter der Wahrheit“ nannte. Die Nachricht begann mit einem Vers aus dem Koran und beinhaltete, die Gruppe wolle das schlechte Benehmen der palästinensischen Gesellschaft korrigieren“, sagte Ramzi Abu Hilao.

Im äußerst konservativen Gazastreifen betrachten gläubige Muslime Internetcafés als Sittenverfall, weil bekannt ist, dass sich junge Männer dort Pornografie ansehen. Musikgeschäfte könnten ein Ziel sein, weil manche Gläubige fürchten, dass Popmusik vom Gebet abhält. Doch die Angriffe auf Apotheken bleiben ein Mysterium, sagte ein Offizieller.
Befürchtungen eines harten islamischen Vorgehens gegen kulturelle Angelegenheiten sind gestiegen seit die islamistische Hamas nach dem Sieg bei den Wahlen vor etwa einem Jahr die Regierung übernahm. Am Montag sagten Offizielle des palästinensischen Kultusministeriums, sie hätten eine Sammlung von Volksmärchen aus den Schulbüchereien genommen und 1.500 Bücher zerstört, weil in diesen Geschichten eindeutig eine sexuelle Sprache vorkomme.

Im Gazastreifen sind Unterhaltung und Entertainment stark eingeschränkt. Es gibt keine Kinos und Theater. Im Internet surfen und Musik hören sind die einzigen Gefühlsventile für junge Menschen.
In den vergangenen Monaten erhielten in Khan Yunis, das im südlichen Gazastreifen liegt, mehrere Musikgeschäfte Warnungen, keine Popmusik zu verkaufen, sagte der 20jährige Khamis Abdeen, dessen Familienbetrieb Modeschmuck, Wäsche und Musikbänder verkauft. Abdeen fügte an, er habe die meisten Bänder und CDs aus den Regalen genommen. Nur einige Bänder mit den aktuellsten Liedern stehen noch dort, weil er hofft, diese schnell zu verkaufen. Zu Beginn des Jahres wurde ein Anschlag auf das Geschäft verübt. Dabei wurde ein Sachschaden von 5.000$ verursacht, sagte er.

Letzten Sonntag wurde ein weiteres Musikgeschäft in Khan Yunis angegriffen. Der 19jährige Besitzer al-Shaer sagte, er habe vor mehreren Monaten eine Warnung erhalten. Diese war mit „Shebab al-Islam“ (islamische Jugend), einer unbekannten Gruppe, unterschrieben. Er ignorierte sie. „Wenn sich diese Leute wirklich um ihre Religion kümmern würden, müssten sie eher das gegenseitige Morden stoppen“, äußerte sich al-Shaer nun ärgerlich.

In Gaza-Stadt sagte der 39jährige Shawki Abdel Karim, er habe bei den 24 Computern in seinem Internetcafé kürzlich den Zugang zu Internetseiten für Erwachsene gesperrt. Doch darüber hinaus kann er kaum etwas tun, um einen Anschlag zu verhindern, obwohl das Café getrennte Räume für Frauen und Männer hat.

„Die Bombenanschläge sind das neuste Zeichen einer Gesellschaft, die dem Druck von sechs Jahre währenden Kämpfen mit Israel, internen Auseinandersetzungen und tief verwurzelter Armut nachgibt“, sagte Anwar Wadi, Psychologe am „Gaza Community Mental Health Center“. „Dies ist eine vergiftete Gesellschaft. Seit Israel sich im Jahr 2005 aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat, kommen versteckte Probleme an die Oberfläche.“

Polizeisprecher Shaheen sagte, das Lösen von Problemen durch gewalttätige Mittel sei zur Norm geworden. „Jeder hat Gewehre. Das Gesetz regiert nicht. Wir haben eine Stufe erreicht, wo ein Held daran gemessen wird, wie weit er das Gesetz brechen kann.“
(Haaretz, 07.03.2007)